Zwischen zwei Welten PDF Drucken E-Mail

Führungskraft und Mutter: AOK-Mitarbeiterin Monika Högl bekommt beides unter einen Hut

 

Seit mehr als 20 Jahren ist Monika Högl bei der Gesundheitskasse AOK beschäftigt. Die 39-Jährige hat schon immer den Blick über den Tellerrand gesucht, um verschiedene Perspektiven kennen zu lernen und sich ständig weiter zu bilden. Seit fünf Jahren leitet sie den Privat­kunden­bereich in der Direktion Passau und ist hier für rund 130 Mitarbeiter zuständig. „Die Aufgaben sind breit ge­fächert und abwechslungsreich. Der Spagat zwischen Kostenmanagement und Vertriebsaspekten ist jeden Tag eine neue Herausforderung.“ 

Im Jahr 2008 kündigte sich für Monika Högl Nachwuchs an. „Für mich war mein Sohn ein Glücksfall – für die AOK ein Test zum Thema Frauen und Karriere“, schmunzelt sie. Gemeinsam mit AOK-Direktor Günter Schober fand sie schließlich eine einfache Lösung: eine Job-Rotation mit einer Kollegin aus Kelheim. Für beide Frauen war das eine berei­chern­de Zeit. „Meine Vertreterin gewann wertvolle Einblicke in die Tätigkeit als Bereichsleiterin und ich profitierte durch den Blick von außen.“ 

Nach fünf Monaten ist Monika Högl in Vollzeit an ihre Stelle ­zurück­gekehrt und ihr Mann, der als Lehrer arbeitet, nahm für zwei Jahre Elternzeit. „Ich fahre täglich über 100 Kilometer einfach zur Arbeit, das war schon eine Herausforderung. Als auch mein Mann wieder in den Beruf zurückging, wurde es für mich schwierig, meinen Sohn überhaupt noch zu sehen. Er ging nun in den Kindergarten und musste früh ins Bett. Ich komme aber aufgrund des langen Arbeitsweges oft erst nach Hause, wenn er schon schläft“, berichtet Monika Högl. Deshalb hat sie sich neu organisiert – arbeitet einen Tag pro Woche im Home-Office. 

„Ich bin der Überzeugung, dass ich wirklich Glück habe, in der heutigen Zeit berufstätig zu sein. Denn es geschieht nun vieles, was es uns Frauen trotz Familie möglich macht, gute Fachkräfte zu bleiben“, sagt Monika Högl. Auch für die Unternehmen sei es von Vorteil, das vorhandene Know-how zu behalten. „Dass diese Möglichkeiten vom Arbeit­geber geschaffen werden, ist großartig.“ Monika Högl ist jedoch auch bewusst, dass eine Weiterentwicklung der Gleichstellung im Beruf immer auch ein Geben und Nehmen ist, zu dem auch die Arbeitnehmer ihren Teil beitragen müssen.

Wenn Monika Högl einmal Ruhe sucht, zieht sie sich im eigenen Häuschen gerne mit einem Buch von Ingrid Noll zurück oder schnürt ihre Laufschuhe. Die wenige verbleibende Freizeit verbringt sie mit der ­Familie. „Wann immer möglich, unternehmen wir Ausflüge in den ­Bayerischen Wald, in die Alpen oder in die nähere Umgebung.“ 

Auf ihre Zukunftspläne hin befragt gibt sich Monika Högl zuversichtlich, die AOK Bayern auch in zehn Jahren an verantwortlicher Position zu begleiten. (red)

 
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