Drei Fragen an … PDF Drucken E-Mail

Bruni Mayer, Landrätin aus Rottal-Inn

Am 29. November ist Ihr letzter Arbeitstag als ­Land­rätin. 24 Jahre lang haben Sie die Geschicke des Landkreises Rottal-Inn geleitet. Wie schwer fällt Ihnen der Abschied?

Sehr schwer. Dieser Abschied ist für mich mit viel Wehmut verbunden. Mein Verstand sagt mir, es ist der richtige Zeitpunkt, aufzuhören – mein Herz sagt etwas anderes. Ich bin mittlerweise 64 Jahre alt und vermisse meinen verstorbenen Ehemann Ludwig, der mein wichtigster Berater war. Am meisten werden mir die Menschen fehlen, denn ich habe nun mal ein Helfersyndrom.

Wenn Sie auf Ihre Amtszeit zurückblicken, was ist Ihnen am meisten im Gedächtnis geblieben?
Sehr stolz bin ich auf das Geothermie-Projekt Simbach-Braunau. Mit dieser ersten grenzüberschreitenden Fernwärmeanlage Europas haben wir neue Wege in der Wärmeversorgung beschritten. Ich denke aber auch oft daran, wie viele arme Leute es bei uns in der Region gibt. Wenn Menschen spontan auf mich zukommen, mich umarmen und mir sagen,  dass sie ohne meine Hilfe keinen Lebensmut mehr hätten. Diese Begegnungen bedeuten mir sehr viel.

Wie wird Ihr zukünftiges Leben aussehen?
Das weiß ich noch nicht genau. Nur, dass ich auf alle Fälle ­weiterhin mit Menschen zu tun haben möchte. Ich kann mir gut vorstellen, Vorträge zu halten und meine Erfahrungen ­weiterzu­geben – oder auch als Ombudsfrau tätig zu sein. Sehr viel Freude macht mir mein kleiner, zwölf Wochen alter Enkelsohn Felix – für ihn möchte ich mir viel Zeit nehmen.

bm